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Baumschneidekurs im Mettener Prälatengarten

Am 11. April 2026 verwandelte sich der geschichtsträchtige Prälatengarten in Metten in ein grünes Klassenzimmer.

Am 11. April 2026 verwandelte sich der geschichtsträchtige Prälatengarten in Metten in ein grünes Klassenzimmer.

Rund 30 interessierte Gartenfreunde der Gartenbauvereine Bernried, Neuhausen und Metten kamen zusammen, um von einem echten Profi zu lernen: Herr Göding, Obstbauexperte vom Lehr- und Beispielfilmbetrieb Deutenkofen (Bezirk Niederbayern), teilte sein umfangreiches Wissen aus dem Erwerbsgartenbau.

Im Einklang mit der Natur arbeiten

Die wichtigste Botschaft des Experten: Ein guter Gärtner arbeitet mit der Natur, nicht gegen sie. Herr Göding betonte, dass die genaue Beobachtung der Bäume im Jahresverlauf unerlässlich ist. Das Ziel ist ein gesundes Gleichgewicht zwischen Wachstum und Blüte.

  • Der Vitalitätscheck: Ein gut gepflegter Obstbaum sollte einen jährlichen Zuwachs von ca. 25 cm zeigen.
  • Maßhalten beim Schnitt: Um den Baum nicht zu stressen, sollten bei einem Schnittgang nie mehr als 20 % der Masse entnommen werden.
  • Wachstumsanzeiger: Ein interessantes Detail am Rande – je mehr Flechten auf den Ästen zu sehen sind, desto ruhiger ist das Wachstum des Baumes.

Theorie: Licht, Statik und Stabilität

Bevor die Scheren zum Einsatz kamen, erläuterte Herr Göding die physikalischen Grundlagen. Die Wasserführung und die unterschiedlichen Wachstumsreize auf der Licht- und Schattenseite bestimmen, wie der Baum sich entwickelt.

  • Die Formgebung: Für eine optimale Stabilität sollte die Dreiecksform als Grundform angestrebt werden. Dabei spielt auch das Basisdrittel eine Rolle – die untere Struktur, die den Baum trägt.
  • Stammförderung: Um den Stammdurchmesser zu kräftigen, ist es sinnvoll, sogenannte Begleitäste (auch wenn sie wenig Ertrag bringen) am Baum zu belassen.
  • Lichtmanagement: Licht ist der Motor für Ertrag und Qualität. Äste sollten sich nicht gegenseitig beschatten. Das sogenannte Licht-Dreieck sorgt dafür, dass die Sonne bis in das Innere der Krone vordringen kann. Schattenäste bleiben nur dann stehen, wenn man bewusst Energie aus der Höhe nehmen möchte.

Tipps aus der Praxis: „Oben und auf der Sonnenseite beginnen“

Beim praktischen Teil an den insgesamt 16 Apfel-, Birnen- und Kirschbäumen des Prälatengartens konnten die Teilnehmer das Gelernte direkt begutachten. Hierbei gab Herr Göding wertvolle Handgriffe mit auf den Weg:

  1. Reihenfolge: Den Schnitt immer oben und auf der Sonnenseite beginnen.
  2. Abstände: Äste sollten untereinander mindestens eine Scherenbreite Abstand haben.
  3. Sauberkeit: Besonders bei Apfel- und Quittenbäumen ist auf saubere, möglichst kurze Schnittstellen zu achten. Dies ist der beste Schutz gegen Krankheiten wie den gefürchteten Feuerbrand (oder Obstbaumkrebs), die über ungepflegte Wunden leicht eindringen können.

Dank der anschaulichen Erklärungen von Herrn Göding gingen die Teilnehmer mit viel neuem Wissen und praktischen Tipps nach Hause. Der Prälatengarten ist nun bestens für die kommende Saison gerüstet – und die Obstbäume in Bernried, Neuhausen und Metten profitieren sicher ebenfalls vom neu erworbenen Know-how ihrer Besitzer.

Ein herzliches Dankeschön an Herrn Göding für die kompetente Leitung und an alle Teilnehmer für das große Interesse!

Ursula Süß, Verena Hektor
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