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Im Tal der Dirndl
Bei strahlendem Sonnenschein und 17 Grad starteten 46 gut gelaunte Vereinsmitglieder pünktlich vom Vereinsheim zu unserem Jahresausflug nach Niederösterreich – ein Wochenende voller Kultur, Geselligkeit und kulinarischer Entdeckungen

Schon kurz nach der Abfahrt stimmte uns unser 1. Vorstand Lothar auf ein abwechslungsreiches Programm ein. Über Linz steuerten wir zügig unserem ersten Zwischenstopp entgegen. Da sich bereits am Morgen eine ordentliche Sommerhitze abzeichnete, bewies unser Busfahrer Sepp nicht nur am Steuer, sondern auch beim Humor echte Qualitäten: „Wenn die Kaffeemaschine bei der Hitze nicht funktioniert, stellen wir sie einfach in die Sonne!“
Ganz so extrem kam es zum Glück nicht: Bei unserer ersten Rast am Rastplatz Ybbs zauberte Sepp frischen, heißen Kaffee. Zusammen mit selbstgemachtem Kuchen, herzhaften Fleischpflanzerln, frischem Brot und Senf war das Frühstücksbuffet an der Busklappe perfekt. Die Fahrgäste des benachbarten österreichischen Reisebusses blickten jedenfalls durchaus neidisch auf unsere Schlemmerrunde!

Kultur pur in St. Pölten
Gestärkt erreichten wir St. Pölten, wo uns der Historiker Dr. Georg Bacher zu einer hochinteressanten Stadtführung empfing. Er entführte uns in die bewegte Geschichte der Landeshauptstadt – vom antiken römischen Aelium Cetium, das die Donau-Legionslager mit Wein und Weizen versorgte, über das Hippolytkloster als Ursprung der Stadt bis hin zum Aufstieg unter den Babenbergern und Habsburgern.
Wir staunten über die architektonischen Schätze: den prachtvollen barocken Stadtplatz mit der imposanten Dreifaltigkeitssäule, das Jugendstil-Gebäude der Chinesischen Botschaft mit der Figur der „Göttin der Gesundheit“ von Ernst Stör sowie die zweitälteste Fußgängerzone Österreichs an der Kremser Gasse mit dem Geburtshaus von Gründervater Julius Raab.
Besonders eindrucksvoll war der St. Pöltner Dom am Domplatz. Während draußen reges Markttreiben herrschte, faszinierte im Inneren die prunkvolle hochbarocke Ausstattung von 1720 – inklusive der alten romanischen Kapelle und dem Kreuzgang, der im Zweiten Weltkrieg als Luftschutzbunker diente. Nach so viel Kultur nutzten wir die anschließende Freizeit, um in den gemütlichen Cafés am Rathausplatz kühle Getränke im Schatten zu genießen.

Ankunft im Dirndltal & Botanik-Lehrstunde
Mitte des Tages ging die Fahrt weiter ins malerische Pielachtal. Nach der Ankunft in unserem Domizil, dem Steinschaller Hof, nutzten viele die freie Zeit sogleich für ein gemütliches „Magendrazerl“ im schattigen Biergarten.

Am Nachmittag führte uns Senior-Hotelchef Hans Weiss leidenschaftlich in die Welt der feuerroten Dirndlfrucht (Kornelkirsche / Cornus mas) ein. Wir lernten, dass das extrem harte Dirndlholz (vom slawischen Derno = hart) so dicht ist, dass es im Wasser nicht schwimmt! Die unveredelte Urform der Frucht ist zwar klein, aber überaus widerstandsfähig gegen Frost, Hitze und Trockenheit.
- Ernte mit Geduld: Dirndln werden nicht gepflückt – sie müssen von selbst auf aufgespannte Netze fallen, wenn sie vollreif sind.
- Blütenwunder: Eine Knospe öffnet ab 5 °C bis zu 18 knallgelbe Blüten, bringt wegen des Fruchtdrucks aber meist nur eine einzige reife Frucht hervor.
- Vielseitiger Genuss: Ob Sirup, Saft, Most, Likör oder würzige Salatmarinade – die Frucht ist ein echter Allrounder.
Nach einem regen Austausch schlossen wir den Tag mit einem hervorragenden 3-Gänge-Menü ab.
Nach einem ausgiebigen Frühstücksbuffet starteten wir zur 1. Dirndlmanufaktur Fuxsteiner nach Kirchberg an der Pielach. Seit 1836 und über Generationen hinweg veredelt die Familie Fuxsteiner die Früchte der steilen Südosthänge des Alpenvorlands.

Chefin Melanie Fuxsteiner begrüßte uns herzlich und zeigte uns in einem eindrucksvollen Imagefilm und Vortrag, wie aus einer traditionsreichen Bauern-Tauschwährung eine EU-weit begehrte Spezialität wurde. Die Dirndl ist extrem robust – „da gibt’s kein’ Verbiss, weil wenn des das Reh frisst, beißt’s auf der Fotzn!“, schmunzelte die Referentin auf Niederösterreichisch.
Mit speziell entwickelten Entkernmaschinen werden hier jährlich bis zu 30.000 kg Früchte verarbeitet und zu köstlichem Mus, Marmelade oder dem geschützten Pielacher Dirndl-Edelbrand gebrannt. Nach dem Vortrag gab es kein Halten mehr: Unsere Reisenden verfielen im Hofladen in einen wahren Kaufrausch und deckten sich reichlich mit regionalen Spezialitäten ein!


Mariazell und Genuss am Bus
Anschließend steuerten wir unser nächstes Ziel an: den berühmten Wallfahrtsort Mariazell. Während unserer freien Zeit vor Ort nutzten wir die Gelegenheit, die weltbekannte Basilika zu besichtigen, Kerzen anzuzünden oder durch den malerischen Ort zu schlendern. Zurück am Bus wartete eine feine Überraschung: Neben frischem Kaffee und Kuchen servierte die Buscrew leckeren Eierlikör und hochprozentige Schnäpse.
Gemütlicher Ausklang & Heimkehr
Die Heimreise führte uns am späten Nachmittag zum urigen Weißbräu Andorfer bei Passau. Dort kehrten wir gemütlich ein, um bei deftigen bayerischen Schmankerln und süffigem Weissbier das rundum gelungene Wochenende gemeinsam Revue passieren zu lassen.
Auf den letzten Kilometern nach Hause griff Busfahrer Sepp noch einmal zum Mikrofon, blickte mit einem Schelm im Auge in den Rückspiegel und meinte lachend: „Ihr ward ja ganz schön fleißig beim Dirndlschnaps-Schmuggeln… Bekomme ich von den Prozenten eigentlich auch was ab?“
Ein herzliches Dankeschön an Lothar für die hervorragende Organisation, an Sepp für die sichere Fahrt und alle Helfer für die Verpflegung sowie an alle Mitfahrenden für die tolle Gemeinschaft! Dieser Ausflug hat riesige Freude gemacht – wir freuen uns schon jetzt auf unsere nächste gemeinsame Reise!




